Die „Vice Kingz“ sind eine gemischtrassige Gang, die in Auburn, Sumner aktiv ist. Die Bande verfolgt keine besondere Agenda. Ihr Interesse gilt einzig Geld und Macht. Innerhalb ihres Territoriums sind sie in viele illegale Aktivitäten auf die eine oder andere Art und Weise verstrickt. Vorwiegend sind sie als Handlanger für die Bigio-Familie tätig und schützen deren Interessen.
Anführer
Die Gang wird seit nunmehr einem knappen Vierteljahr von einem hispanischstämmigen Menschen angeführt, der unter den Namen „El Buitre“ (der Geier) bekannt ist. Seinen etwas unrühmlichen Spitznamen hat er seiner großen, gekrümmten Nase zu verdanken, die an einen Geierschnabel erinnert. In seiner kurzen Zeit als Gangboß mußte er sich noch nicht großartig beweisen. Er wird gemeinhin von den Mitgliedern respektiert und geachtet. Manche, vor allem „Rookies“ fürchten sich sogar ein wenig vor ihm. Mit seinen hellblauen Augen könne er in das Innerste eines MetaMenschen schauen und so ist es auch nicht verwunderlich, daß sich hartnäckig Gerüchte halten, „El Buitre“ habe eine magische Begabung.
Sein äußeres Erscheinungsbild ist nicht auffallend, zumindest nicht in diesem Milieu. Er hat lange dunkelblonde Haare, die er meistens zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hat. Sein Gesicht ziert nicht selten ein Drei-Tage-Bart, der aber nicht von den Augenringen ablenken kann. Seine Statur ist durchschnittlich und sein Kleidungsstil praktisch.
Bekannt ist, daß „El Buitre“ ein geselliger Zeitgenosse ist, der die Einsamkeit haßt. Bars, Nachtclubs oder anrüchige Etablissements bilden seine bevorzugten Plätze der Freizeitgestaltung, in denen er nicht selten erhebliche Mengen an Geld ausgibt. So ist es kaum verwunderlich, daß immer wieder Gerüchte aufkommen, ein Teil der „Vice Kingz“ würde ihn gerne absetzen, weil er das Geld zum Fenster hinauswirft, das sie verdient haben. Dabei wird jedoch übersehen, daß er nie alleine feiert, sondern immer in Begleitung verschiedener Bandenmitglieder ist. Niemand wird ausgeschlossen und alle sind zufrieden.
Geschäftlich gilt er als äußerst ruhig und besonnen, der sich zu keiner Kurzschlußhandlung hinreißen läßt, auch wenn er immer wieder von einigen Heißspornen zu schnellen und gewalttätigen Handlungen gedrängt wird. „El Buitre“ hat schnell erkannt, daß Gewalt nicht immer die optimale Lösung eines Problems ist, obwohl er zu Zeiten als Veteran eine gänzliche andere Haltung hatte. Gewalt ist aber immer noch ein adäquates Mittel zur Problembewältigung, nur eben nicht das Primärmittel.
Offiziere: 2
Einer der beiden Offiziere ist „Pole“, ein hochgewachsener, hagerer (daher auch sein Name) Sino-Amerikaner. Er ist der Berater in geschäftlicher Hinsicht, der sich nur ungerne selber die Hände schmutzig macht. Oftmals fungiert er als Verbindungsmann, der dank seines umfangreichen Kontaktnetzes wichtige Treffen organisiert, bei denen er „El Buitre“ sowohl im Vorfeld, als auch während dieser Treffen zur Seite steht. Für ihn sind die Gangaktivitäten eine Form des Geschäfts, wo kein Platz für Emotionen und Kurzschlußreaktionen ist. Gewalt als Mittel zur Problemlösung wird von ihm erst als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen und auch dann stimmt er solchen Aktionen nur mit starken Bauchschmerzen zu.
Seine Haare trägt er im modischen Konzerntrend, wobei der den Teil im Nacken blond gefärbt hat. Er kleidet sich gerne in Konzernmanier, d.h. er bevorzugt Anzüge. Seine herausstechenden Wangenknochen und sein Körperbau, sowie seine angenehme Ausstrahlung auf andere Personen nähren immer wieder Gerüchte, daß er ein Elf sei, was aber nicht stimmt.
„Tempest“, der zweite Offizier, ist in gewisser Weise das genaue Gegenteil von „Pole“. Außerlich unterscheiden sich die beiden nicht wirklich. Als Elf hat „Tempest“ einen ähnlichen Körperbau wie der Sino-Amerikaner. Seine kurzen Haare sind orange gefärbt und die Farbe und die Muster seines kybernetischen Augenersatzes wechseln ständig. Komplettiert wird dies Erscheinungsbild durch offensichtliche Tätowierungen an Händen und Hals. Kleidungstechnisch bevorzugt der Elf einen praktischen Stil, wobei er nie ohne Panzerung und unbewaffnet das Haus verläßt. Meistens trägt er eine Panzerjacke und in seinem Hosenbund steckt eine halbautomatische Pistole.
Charakterlich sind die beiden Offiziere jedoch grundverschieden. „Tempest“, der eigentlich ständig unter dem Einfluß eines Cocktails aus Amphetaminen, Alkohol und einer scheinbar angeborenen Aggressivität steht, hat eine ganz andere Vorstellung von der Art und Weise, wie die Gang ihr Geschäft führen soll.Verhandlungen hält er für ein Zeichen von Schwäche und er ist der Meinung, daß sie früher oder später zu einem Ansehensverlust der Gang führen, wenn das nicht eh schon passiert ist. Die Gang sollte ihre Macht durch Gewalt sichern und darüberhinaus auch mit diesem Mittel ihre Entwicklung vorantreiben. Daß diese völlig unterschiedlichen Sichtweisen und die Tatsache, daß „El Buitre“ wohl eher auf „Poles“ Seite steht nicht zu einem offenen Konflikt führen, liegt wohl nur daran, daß „Tempest“ sehr viele Freiheiten zugestanden werden und er seine Sucht nach Gewalt mit eigenen Unternehmungen kompensiert. Er verdingt sich häufig als Mietkanone.
Weitere (ausgewählte) Mitglieder:
„Grey Wolf“ ist das älteste Mitglied der „Vice Kingz“. In seinen über 30 Jahren hat der salishstämmige Mensch schon einige Gangs aufsteigen und fallen sehen. Während er in jungen Jahren in seiner Einstellung eher „Tempest“ glich, ist er heute altersweise und befürwortet Gewalt nur noch als letztes Mittel. Sein Name ist auf seine Haarfarbe zurückzuführen, denn durch einen genetischen Defekt haben die sich schon verfärbt, als „Grey Wolf“ noch ein Jugendlicher war.
Sein Einfluß auf „Tempest“, der ihn früher verehrt hat, nimmt immer mehr ab. Der Offizier empfindet es als Verrat, daß sein ehemaliges Idol ihm immer wieder die Unterstützung versagt und den Weg der Schwachen eingeschlagen hat.
„The-one-who-walks-in-the-wind/Windwalker“ ist das einzig magisch-begabte Mitglied der Gang. Er ist ein Schamane, der dem Totem Rabe folgt hat. Er steht aufgrund seiner Fähigkeiten außerhalb der Hierarchie und noch nicht einmal „El Buitre“ kann ihm Befehle erteilen. Diese Stellung genießt der kaukasische Mensch sichtlich und ist sich auch nicht zu schade Kapital aus dieser Ausnahmeposition zu schlagen. Er muß sich nur selten mit dem billigsten Soyfood zufrieden geben, sondern bekommt nahezu immer ausreichend Geld, um sich eine anständige Mahlzeit leisten zu können.
Da er für die Gang äußerst wichtig ist, nicht nur aufgrund seiner Fähigkeiten, sondern schon alleine, weil nicht jede Gang einen Magisch-Begabten in ihren Reihen hat, wird er auch rund um die Uhr beschützt. Mindestens zwei Mitglieder, von denen keiner ein „Rookie“ ist, sind ständig in seiner Nähe, ohne ihn dabei aber zu sehr zu stören.
Er liebt es in Rätseln zu sprechen, um seinen Hauch vom Mystischen noch zu verstärken, was bei „Tempest“ nicht selten zu Verstimmungen führt, da er die Metaphern nicht versteht und der Meinung ist „Windwalker“ würde sich über ihn lustig machen. Der Schamane steht in keinem Lager, vielmehr scheint es so, als würde er seine Entscheidungen willkürlich treffen und die Verwirrungen, die sich daraus ergeben, genießen.
„Cobra Kid“ ist mit Anfang 20 noch ein ziemlicher junger Veteran, der sich seine Stellung aber hart erarbeitet hat. Seinen Namen hat er seiner kybernetisch hochgerüsteten Reaktionsstärke und seinem jungenhaften Gesicht zu verdanken. Man sollte nicht den Fehler machen ihn aufgrund seines jugendlichen Aussehens zu unterschätzen. Wahrscheinlich klebt nur an „Tempests“ Händen mehr Blut, wenn überhaupt.
„El Buitre“ ist sehr gerne in „Cobra Kids“ Gesellschaft. Beide haben eine ähnliche Einstellung zum Leben, denn auch der junge Veteran schätzt ausgiebige Feierlichkeiten mit Drogen, Alkohol und reichlich Frauen. Außerdem scheint er eine Art Leibwächter seines Anführers zu sein. Trotz dieser Beziehung ist es ein offenes Geheimnis, daß „Cobra Kid“ bei Entscheidungen eher im Lager „Tempests“ steht.
„Bull“ ist schon vom äußeren Erscheinungsbild sehr imposant. Mit seinen annähernd 3 Metern Körpergröße ist er selbst für einen Troll groß und sein Spitzname beschreibt ganz gut seinen Körperbau. Viele halten ihn für naiv und dumm, aber „Bull“ ist sehr gerissen und verfügt daneben über ein ausgeprägtes Taktikverständnis. In geschäftlichen Fragen ist seine Meinung eigentlich nie gefragt, dafür ist er aber nahezu immer entscheidend an der Planung verschiedenster Aktivitäten beteiligt.
Die kleineren Streitigkeiten der Offiziere und mancher Veteranen tangieren ihn eigentlich gar nicht und vielfach versteht er sie auch nicht. Er ist ein nüchterner Betrachter, für den Gewalt durchaus ein gutes Mittel zur Problembewältigung darstellt, wenn andere Möglichkeiten nicht sinnvoller erscheinen. Aus diesem Grund steht er in keinem Lager, sagt aber immer offen und ehrlich seine Meinung.
„Red Lydia“ ist die einzige Frau, die bei den Vice Kingz eine nennenswerte Position einnimmt. Ihr Name ist einerseits auf ihre Siouxwurzeln zurückzuführen, andererseits auf ihre Skrupellosigkeit in der Anwendung von Gewalt. Wie viele Frauen in einer (ehemals) männerdominierten Welt ist die der Ansicht, sie müsse immer ein wenig mehr leisten, als ihr männlicher Gegenpart.
Einige der Gangmitglieder nennen sie auch „Wachiwi“, was der Siouxbegriff für „Tänzerin“ ist. Dieser Name spielt auf ihre Vergangenheit als Stripperin an, aber auch auf ihre geschmeidigen Bewegungen. Sie ist selbstbewußt genug, daß ihr dieser Name nichts ausmacht und die meisten Bandenmitglieder würden es eh nicht wagen sie so anzusprechen. Sie hatte schon Beziehungen mit „Grey Wolf“, der sie auch in die Gang holte und auch mit „Windwalker“ soll sie einige Zeit das Bett geteilt haben. Aktuell hört man, daß „Cobra Kid“ ihre Aufmerksamkeit genießt.
Aufgrund ihrer Profilierungssucht steht sie bei Entscheidungen eher im Lager der Gewaltbefürworter. Da sie aber eine tiefe Dankbarkeit gegenüber „Grey Wolf“ empfindet, der sie schließlich aus einem billigen Stripschuppen geholt hat, versucht sie nie die Hand an der Waage zu sein und hält sich in ihren Aussagen auch etwas zurück.
Gangstufe
Unterlegen bis gleichwertig.
Mitgliederzahl
18
Aufnahmerituale
Die Vice Kingz pflegen kein striktes Aufnahmeritual. Ob jemand aufgenommen wird, hängt von der Entscheidung von „El Buitres“ ab. Manchmal wird der Anwärter einfach so aufgenommen, manchmal reicht es aus, daß ein Mitglied für den Anwärter bürgt, manchmal muß der Anwärter eine bestimmte Aufgabe erledigen und auch hier ist das Spektrum sehr weitreichend. Vom einfachen Kurierdienst bis zu einem Mordauftrag ist alles möglich.
Uniform
Jedes Mitglied trägt mindestens ein Kleidungsstück von Vincent Kitano Sport Clothing Ltd. Daneben kleiden sie sich milieutypisch: Jeans oder Camouflagehosen, Sneakers oder häufiger Kampf-, bzw. Motorradstiefel, Kapuzenpullover und die allgegenwärtige Panzerjacke bilden den Großteil der Kleidung. Sie ist praktisch und bietet gegen den Regen meistens ausreichend Schutz.
Gemein ist, daß nahezu alle Mitglieder stets bewaffnet sind und wenn es auch nur das alte, verrostete Klappmesser ist und eine Form von Schutzkleidung tragen (meistens eben jene Panzerjacke). Die Gefahr unerwartet und dann völlig ohne Offensiv- und Defensivpotential in eine Konfliktsituation zu geraten, ist in diesem Milieu einfach zu groß.
Symbol
Das Symbol der Vice Kingz bildet eine fünfzackige Krone. Die einzelnen Zacken stehen für Ehre, Treue, Freundschaft, Geld und Tod. Oft wird das Symbol auf dem Rücken des Oberteils getragen und an geschützten Gebäude prangt diese Krone meistens ganz offensichtlich.
Das nördliche Auburn, Sumner bildet das Territorium der Gang. Die Grenzen bilden im Westen die Fryar Avenue, im Norden die Puyallup Street, im Osten die Williams Avenue zusammen mit der Booney Avenue und im Süden die 16th Street und die Zehnder Street.
Operationen
Das Operationsfeld der „Vice Kingz“ ist ziemlich umfassend, wobei der Handel mit Drogen für die Bigio-Familie eine sichere und lukrative Einnahmequelle darstellt. Sie verkaufen die Drogen auf einer Art Kommissionsbasis, d.h. wenn sie die Lieferung müssen sie diese noch nicht bezahlen, sondern erst zu einem vereinbarten Termin wird die Zahlung fähig. Selbstredend verbleibt der Überschuß an Nuyen bei den „Vice Kingz“.
Daneben treiben sie für die Familie Schutzgeld ein, was angesichts eines kleines Industriegebiets eine relativ einträgliches Geschäft ist. Die Bande behält einen Teil des Geldes für sich, während der Großteil an die Mafiafamilie abgeführt wird.
Hin und wieder arbeiten sie häufig als Schutz für „Igor The Snake“ einem lokalen Hehler. Immer wenn dieser einen größeren Deal abwickeln will, wo er es für ratsam hält Schutz zu haben (und als vorsichtiger Geschäftsmann, hält er dies für sehr häufig für notwendig), heuert ein paar Bandenmitglieder an. Das gilt auch, wenn er wertvolle Gegenstände in seinem Besitz hat und die Gefahr besteht, daß man ihn überfallen oder bei ihm einbrechen könnte. „Igor The Snake“ fungiert auch als Hehler für die Gang. Trotzdem muß er Schutzgeld zahlen, da es la familia ziemlich egal ist, welche geschäftlichen Verbindungen zwischen den Parteien bestehen.
In ihrem Gebiet befindet sich neben der „Wilson & Hart Construction Company“ auch ein Lager der „New Centeruy Chemical Research Ltd.“, die Schutzgeld an die Bigio-Familie entrichten. Gleiches gilt für den „Butterfly Room“ (Nachtclub) und die „Vierge Pictures Ltd.“ (Produktionsfirma für billige SimSinn-Pornos). Außerdem sorgen sie dafür, daß im „Butterfly Room“ nur ihre Drogen verkauft werden.
Das Bordell „Oasis Club“ gehört der Bigio-Familie. Zwar wird dieses Etablissement von familieneigenen „Sicherheitskräften“ (lies = billigen Schlägern) bewacht, aber im Notfall haben die „Vice Kingz“ für Unterstützung zu sorgen. Dafür erhalten sie kleinere Vergünstigungen in dem Bordell.
Außerdem sind die „Vice Kingz“ stark im Geschäft der illegalen Tierkämpfe involviert. Mindestens zwei Mal im Monat veranstalten sie in einer leerstehenden Lagerhalle auf ihrem Ganggebiet Kämpfe, bei denen sie den Schutz stellen, eigene Hunde in den Ring schicken und die Wetten organisieren. Auch wenn theoretisch alle möglichen Tiere zum Kampf zugelassen sind, bilden Hundekämpfe den absoluten Großteil.
Verbündete & Feinde
Zwar sind die „Vice Kingz“ nicht mit jeder Gang cool, aber Feindschaften bestehen (noch) nicht.